Die Helikopter Strategie

NA, DANKE!

RALF FASSBENDER, 19.12.2018

Stressige Zeiten gerade. Getragen von der bangen Frage: „Kriege ich das alles hin?“, so termingerecht zum 24.12. eher familiär und zum 31.12. eher geschäftlich.
Bange machen gilt grade. „Bange“ ist ja ein anderes Wort für Angst oder verdünnt Ängstlichkeit.
Was hilft da? Durchziehen mit dem Mut (der Verzweiflung)? Flucht, aber wohin? Jahresabschlüsse, Kunden- und Familienwünsche sind für verantwortliche Menschen ziemlich zwingend.

Der Unternehmercoach und Buchautor Stefan Merath hat da eine interessante Alternative:
Dankbarkeit.

https://www.unternehmercoach.com/content/dankbarkeit-spueren

In unserem Netzwerk von Unternehmer/-innen teilen wir seine Feststellung: „Es ist fast unmöglich dankbar zu sein und Angst zu haben.“ Umgekehrt ist es ebenso schwer in Angst und Stress Dankbarkeit zuzulassen. Fängt man aber mit der Dankbarkeit an, beobachten wir wie Angstpegel sinkt.

Das wurde in mehreren Studien belegt. Zum Nachlesen hier ein Beispiel.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1053811915011532

In diesem Experiment wurde eine Gruppe aufgefordert, sich drei Wochen lang Dankesbriefe zu schreiben. Die andere Gruppe hatte frei.
Nach diesen drei Wochen wurden die Teilnehmer der beiden Gruppen in den Hirnscanner gelegt. Sie erhielten die Information, dass ihnen ein Gönner Geld geschenkt hat mit der Auflage ihre Dankbarkeit darin zu zeigen, Teile oder das ganze Geld zu spenden. Als Zeichen ihrer Dankbarkeit.
Wer da mehr spendete, ist keine Überraschung. Die Überraschung war, dass andere Aktivitäten im Gehirn unterwegs waren als bei Empathie. Was bedeutet, dass Dankbarkeit eine eigene Emotion ist und nicht bloß die Steigerung von Zuneigung.
Insofern lässt sie sich trainieren. Mit jener kleinen Übung, die in der Angst schwerer klingt als sie ist: Wofür könnte ich grade dankbar sein? So im Kleinen. Z. b., dass ich da und in der Lage bin, den Jahresabschluss zu machen. Dass es mein Unternehmen überhaupt noch gibt, für das ich den Abschluss mache. Für die Tasse Kaffee, die da steht. Blödsinn? Albern! Kein Vergleich zum drohenden Elend? Seien Sie dankbar, das Elend ist noch nicht da. Und schon kann das Training weiter gehen.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn ich mein Lauftraining anfange tut alles weh. Aber es wird täglich besser. Training eben.

Auch, wenn der kleine Stress in mir weiter nagt, ich bin dankbar für den Impuls von Stefan Merath, für die Impulse unseres Unternehmer/-innen-Netzwerks und all den Forschenden, die so spannende Ergebnisse in die Welt setzen.

Und, wenn dann all die Geschenke erst kommen unter dem leuchtenden Baum! Glückliche Zeiten …